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Der Künstler Siegbert Maier verschafft Gräsern einen großen Auftritt
(WEINGARTEN/sz) So meisterlich seine Technik, so bescheiden sein Sujet. Siegbert Maier malt Gräser, Schilf Bambus. Realistisch, filigran, poetisch. Seine dritte Ausstellung in der Volksbank ist eine Hommage an die unscheinbare Natur, die nicht in Farben schwelgt, die aber Tier und Mensch ernährt und bei näherer Betrachtung fasziniert.
Von unserer Mitarbeiterin Margret Welsch
Die Bilder von Siegbert Maier erschließen sich nicht dem flüchtigen Blick. Erstmal steht man wie vor einer Wand. Einer Schilfwand, die mehr zu verbergen als zu offenbaren scheint und weder Durchblick noch Horizont gewährt. Auf den zweiten Blick aber öffnen sich die grün-gelben Undurchdringlichkeiten. Wird dem Betrachter Tiefe, Schattenspiel, Bewegung gewahr. Halmmassen drängen nach oben. Nicht jeder schafft es. Mancher bleibt geknickt auf der Strecke. Ihnen verschafft Maier einen Auftritt. Ihre Ähren und Kronen sind es, die nassforschen Senkrechtstart durchbrechen und Spannung und Komplexität ins Spiel bringen.
Der penible Zeichner und Beobachter, der durch die Schule von Hechelmann, Kalbhenn, Kaiser und Bodemeyer ging, hätte auch Rosen malen können, Prachtblüten, die man sich vielleicht lieber über’s Sofa hängen würde. Aber der Naturmensch Maier hat sich der Unscheinbarkeit von Gräsern verschrieben. Ihr subtiles Farbspiel bannt er. Er malt „Bilder in einem Guss“ wie Laudator Artur Kopka bei der Vernissage am Freitag sagte. So kühn wie akribisch mit der Nass-in- Nass- Farbvertreibungstechnik, die keine Patzer verzeiht. Drei seiner Aquarelle haben es in die jurierte Kreiskunstausstellung 2010 geschafft. Es geht ihm dabei nicht nur um das Abbilden und Durchdringen seines Malsujets. Er will auf die anspruchslose und unverwüstliche Vegetation aufmerksam machen, die ein Großteil der Erdoberfläche bedeckt und Tier und Mensch ernährt. Auch mit der alten Kulturpflanze Bambus ist das so. Sie präsentiert Maier grafischer, strenger, reduzierter mit Tusche-pinsel-Zeichnung, die japanischer Kalligrafie nachempfunden ist.
Farbimpressionen schließlich runden die Ausstellung ab. Sie lassen das vorherrschende Grün in die Fülle der Regenbogenfarben münden. Und sie deuten an, wohin der Weg des 73-jährigen Künstlers gehen könnte: Ins Abstraktere und Buntere. Denn der Vorhang für die Gräsermalerei ist nach fünf Jahren gefallen. Nach Landschaften, Fossilien und Schilf sucht Siegbert Maier nun neue Herausforderungen.
(Erschienen: 07.11.2010 16:00
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Ausstellung in der Volksbank Weingarten
Siegbert Maier zeigt eine beeindruckende Vielfalt
SCHWÄBISCHE ZEITUNG Montag, 19. September 2005 / Nr.217
WEINGARTEN (wel) Es ist das zweite Mal, dass Siegbert Maier in der Volksbank ausstellt. Trat er vor acht Jahren hier mit seinen Fossilienbildern an die Öffentlichkeit, so sind jetzt Bilder und Zeichnungen der letzten 35 Jahre zu sehen. Beeindruckend ist die Vielfalt der Stile und die Perfektion. Siegbert Maier ist ein feinsinniger Mensch. Alles Laute, Schrille und Spektakuläre sind seine Sache nicht. Das wurde am Freitagabend bei der Vernissage deutlich. Und das erzählen seine Bilder auf Schritt und Tritt. Unscheinbares wählte der Naturliebhaber zu seinem Sujet: ein Blatt, eine Feder, ein Kieselstein, und bannte sie behutsam ins Bild: Transparent ins Aquarell. Detailverliebt, filigran in seine Zeichnungen. Und selbst bei den Landschaften in Öl ist die Farbe nie dick aufgetragen. Noch Wintermotive mit dräuendem Himmel haben etwas Lichtes. Sind harmonisch durchkomponiert. Von seinen neuesten Arbeiten, den "Farbspielen", einmal abgesehen, kommt die Farbe Rot so gut wie nicht in seinen Werken vor. Am Anfang stand bei dem gebürtigen Weingärtler das Zeichnen. Das war vor fünfzig Jahren. Später folgten Malkurse bei Martin Arnold, Horst Kalbhenn und Friedrich Hechelmann, wo der Autodidakt die "Schule des Sehens" durchlief. Wo er wie er sagt, zeichnete bis zur reifen Frucht dieser Übung das "Baumstück". Detailgenau wie gescannt. Unsteter Perfektionist Siegbert Maier ist ein Perfektionist. Er rastet und ruht nicht, er probiert und experimentiert, bis er einem Malproblem auf die Schliche kommt. Das kann Jahre dauern. Erhard Schlenker, ehemalige Pfarrer in Weingarten, der in die Ausstellung einführte, bescheinigte seinem Kunstfreund Maier "eine besondere Freude am Lösen kniffliger, handwerklicher Fragen", Zur technischen Meisterschaft brachte er es auch bei seinen neueren Aquarellen, den Bambus und Gräserbildern. Mit nur einem Pinselstrich zauberte er ungemein plastisch Bambusrohre samt Blätter und Zweige auf Karton, der wie feinstes Japanpapier wirkt. Nach der geknebelten Pixelmalerei nun ein erlösendes, raumgreifendes Bewegungsmalen. Durch Farbvertreibung entsteht Struktur und Spannung. Man hört geradezu den Wind durch den Bambushain rauschen. Was primär gegenständlich angelegt ist, verdichtet sich im "Ährenfeld' und im Bild "Halm an Halm" geradezu ins Abstrakte. Poetisch verspielt kommt diese Maltechnik dagegen in den "Farbspielen" daher. Nicht fehlen dürfen natürlich bei dieser Retrospektive die Ammonitenarbeiten des Malers und Fossiliensammlers aus den neunziger Jahren. Auch da bricht sich seine Experimentierfreude mit Materialien und Techniken Bahn. So unterschiedlich Maier's Stile sind, gemeinsam ist ihnen, dass sie auf Moden pfeifen, dafür lichte, stille Zeitlosigkeit atmen.
Die Ausstellung von Siegbert Maier in der Volksbank dauert noch bis 14. Oktober 2005
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Ausstellung Siegbert Maier in der Dresdner Bank
Versteinerte Spuren in Farbe und Struktur
Es ist nicht alltäglich, wenn ein Maler, zumindest für eine Phase seines Schaffens, ein einziges Thema in den Mittelpunkt stellt und dieses Thema in vielfältigen Variationen gestaltet. Siegbert Maier aus Weingarten verschrieb sich den Fossilien, den versteinerten Lebewesen aus den Urzeiten unserer Erde. "Versteinerte Spuren" nennt Siegbert Maier seine Ausstellung, die bis zum 15. Oktober während der üblichen Schalterzeiten in der Dresdner Bank zu besichtigen ist. Auch die "Modelle" sind anwesend. Sie liegen in einer Vitrine. Aber schon auf den ersten Blick zeigt sich Entscheidendes: Siegbert Maier geht es nicht darum, die Ammoniten, die Kopffüßer aus der Jurazeit einfach "abzumalen" und ihre spiralig aufgerollten und gekammerten Kalkgehäuse mit naturalistischer Genauigkeit darzustellen. Sein Anliegen ist vielmehr die Metamorphose des Gegenständlichen, die Verlebendigung dessen, was einmal Leben war. Seine "Spurensuche" dient nicht wissenschaftlichen, sondern künstlerischen Zielen. Siegbert Maier erfüllt den selbstgewählten Anspruch im hohen Maße. Die Ammoniten wachsen gleichsam aus dem sorgfältig strukturierten Untergrund. Von Bild zu Bild wechseln die vorherrschenden Farbtöne, wandelt sich in kleinen, aber wesentlichen Details die kompositorische Anordnung. Die Farben dringen wie Licht in das Dunkel geschichtsloser Zeiten. Der Betrachter, wenn er sich nur ein wenig Zeit nimmt, spürt Leben, das auch ihn belebt und ermutigt. Doch nicht nur Fossilien stellt Siegbert Maier aus. Andere "Abteilungen" geben Einblick in den künstlerischen Werdegang, der vor 30 Jahren mit Landschaftsbildern begann. Winterbilder vor allem, auf denen noch viel Schnee zu sehen ist. Zunehmende Reife zeigt sich in den atmosphärischen Impressionen von der Insel Juist und der Toskana. Die heimliche Liebe Siegbert Maiers jedoch gilt dem Abstrakten, dem absichtslos unbewußten Spiel mit Farbe und Form. Die dabei entstandenen "Kompositionen", wie sie Siegbert Maier ohne intellektuelle Schnörkel bezeichnet, atmen geheimnisvolles Leben, verbinden Licht und Raum. F.H.
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